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Bereit für einen Hund?

Für mich als Hunde-Liebhaberin ist klar: Ein Hund bereichert das Leben einfach ungemein. Und das wirklich an jedem einzelnen Tag des Jahres. Das empfindet sicher nicht jeder so und kann auch nicht jeder nachvollziehen. Aber muss ja auch nicht... Doch ein Hund ändert auch das komplette Leben und den bisherigen Tagesablauf. Daher sollte die Entscheidung für einen Hund gründlich durchdacht und nicht übereilt getroffen werden.

 

 

Die schönen Seiten des Hundemama-Seins

Es ist ein unglaublich schönes Gefühl, die Haustür aufzumachen und freudig schwanzwedelnd empfangen zu werden – egal ob man den ganzen Tag arbeiten oder nur kurz beim Einkaufen war. Die Freude ist jedes Mal riesig. Noch schöner ist es, wenn man vielleicht einfach einen anstrengenden und blöden Arbeitstag hatte und man dann Zuhause freudig von seinem Fellfreund begrüßt wird. Ich schließe die Haustür auf und es strahlen mich zwei kugelrunde Kulleraugen voller Freude an als wollen sie sagen „Wie schön, dass du da bist!“. Da ist der Stress vom Alltag oder das, was gerade blöd gelaufen ist und einen geärgert hat ganz schnell wieder vergessen.

 

Hunde sind sehr sensibel und Kai-Uwe merkt ganz genau, wenn etwas nicht stimmt oder es mir nicht gut geht. Dann drückt er sich ganz fest an mich und es ist einfach schön, ihn nah bei mir zu haben und mit ihm zu kuscheln. Hunde spüren Trauer, Ängste, schlechte Laune aber genauso auch Freude und Glück. Sie sind unsere Seelentröster, geben uns in schweren Momenten Kraft, überschütten uns mit ihrer Liebe und sind immer an unserer Seite. Ihnen ist es egal, wie du aussiehst oder was du hast. Ein Hund liebt dich ganz genau so, wie du bist.

 

Für mich persönlich gibt ein Hund einfach viel mehr zurück, als ich ihm wahrscheinlich jemals geben kann.

 

Außerdem sorgt ein Vierbeiner dafür, dass man jeden Tag draußen an der frischen Luft ist. Bei Wind und Wetter. Auch an Tagen, an denen man sich ohne Hund vermutlich mit einer Decke auf dem Sofa verkriechen würde. Seit Kai-Uwe bei uns lebt, hatte ich keine Erkältung mehr. Man merkt einfach, wie gut es dem Körper tut, jeden Tag draußen zu sein. Und seitdem erlebe ich auch die Jahreszeiten viel bewusster und bekomme genau mit, was sich zu welcher Jahreszeit in der Natur verändert. Ich würde auch nicht sagen, dass ein Spaziergang nur bei Sonnenschein und warmen Temperaturen Spaß macht. Ich finde es genauso schön, bei eisigen Temperaturen einen großen Schneespaziergang zu machen oder an einem verregneten, windigen Tag draußen zu sein und dann durchgefroren ins warme Haus zu kommen und sich wieder gemütlich mit einer heißen Schokolade aufzuwärmen.

 

Und dann ist da noch die Sache mit dem Alleinsein. Kai-Uwe ist für uns ein vollwertiges Familienmitglied. Mit ihm fühle ich mich nie allein, auch wenn ich alleine Zuhause bin. Ich rede mit ihm und es ist einfach immer Jemand da, auch wenn er nur an meinen Füßen liegt und mir bei irgendetwas zuschaut oder mich in der Hoffnung auf etwas zu Essen bei jedem Gang in die Küche begleitet und mit großen Augen anschaut. Wenn ich abends oder nachts alleine zuhause bin, gibt er mir ein Gefühl von Sicherheit und schlägt auch an, wenn er ungewöhnliche Geräusche im Haus hört. Kai-Uwe ist mein treuer Freund, mein Beschützer und mein Seelenhund.

 

 

Eine große Verantwortung

Das klingt jetzt wahrscheinlich alles ganz wunderbar, schön und unkompliziert. Nach all den schönen Einblicken in das Hundemama-Sein folgen jetzt auch ein paar Aspekte, über die man sich Gedanken machen sollte, bevor man sich für einen Hund entscheidet. Denn die Entscheidung, einen Vierbeiner bei sich aufzunehmen ist keine leichte und sollte gründlich durchdacht werden. Bevor man sich für einen Hund entscheidet sollte man sich fragen, ob man ihm ein glückliches Leben bieten kann. Denn ein Hund bedeutet eine große Verantwortung. Du bist verantwortlich dafür, ob er ein glückliches und erfülltes Leben führt.

 

Ich persönlich hatte mir von klein auf einen eigenen Hund gewünscht. Diesen Wunsch haben mir meine Eltern leider nicht erfüllt. Als ich dann ausgezogen und in meiner ersten eigenen Wohnung war, wurde der Wunsch nach einem Hund noch größer. Allerdings konnte ich nicht die Voraussetzungen erfüllen, die ein Hund für ein glückliches Leben braucht. Ich finde, man darf bei der Entscheidung für ein Tier nicht egoistisch sein und sollte realistisch bleiben. Den Traum vom eigenen Hund erfüllte ich mir erst als ich mir sicher war, ihm ein angemessenes, artgerechtes und liebevolles Zuhause bieten zu können.

 

 

Was sollte man einem Hund bieten können?

Ein Hund ist ein Lebewesen, das viel Verantwortung und viel Zeit bedeutet. Bevor man sich für einen Hund entscheidet, sollte man sich über folgende Dinge bewusst sein und ihm nach Möglichkeit diese Grund-Voraussetzungen bieten können.

 

Ausreichend Zeit

Ein Hund benötigt nicht nur täglich Deine Zeit und Aufmerksamkeit. Es sollte auch bedacht werden, dass ein Hund gut zwischen 12 und 16 Jahren Teil deines Lebens sein kann (je nachdem, mit welchem Alter er zu einem kommt). Es ist natürlich immer schwierig abzuschätzen, wie sich das Leben in diesem relativ langen Zeithorizont von 12 bis 16 Jahren entwickelt. Dennoch sollte man versuchen, langfristig zu planen und sich für einen Vierbeiner entscheiden, der bestmöglich zu den Zukunftsplänen passt. Wenn man z. B. in absehbarer Zeit Familie plant wird es mit einem Hund, der es partout nicht mit Kindern kann, schwierig. So ist ja bereits vorprogrammiert, dass das neue Familienmitglied spätestens, wenn Kinder unterwegs sind keine Zukunft in der Familie haben wird. Man weiß nie, was kommt und meistens kommt alles anders als geplant. Aber ich denke grob sollte man abschätzen können, in welche Richtung sich das Leben entwickeln könnte und sollte sich anhand seiner Pläne für einen passenden Vierbeiner entscheiden.

 

Dein Hund muss jeden Tag mehrmals raus, bei jedem Wetter und in jeder Lebenslage. Es ist definitiv von Vorteil, einen einigermaßen festen Rhythmus im Leben zu haben. Unregelmäßige, lange Arbeitszeiten oder jobbedingte Reisen erschweren die Logistik im Hundealltag. Das ist nicht unlösbar aber auf jeden Fall eine kleine Herausforderung. Wenn man alleine lebt und einen Vierbeiner bei sich aufnimmt sollte man überlegen, an wen man sich wenden kann, wenn man krank werden sollte oder womöglich im Ernstfall in das Krankenhaus muss. Es ist immer gut, sich vorab im Familien- und Bekanntenkreis umzuhören, wer im Notfall aushelfen könnte. Wenn man nicht alleine lebt, sollte man sich gemeinsam in der Familie für einen Hund entscheiden. Wenn alle Familienmitglieder gegen einen Hund sind und nur eine Person unbedingt ihren Willen durchsetzt, kann das schwierig werden. Wird ein Familienmitglied mit der Aufgabe „Hund“ alleine gelassen und die anderen haben mit dem Hund nichts am Hut und auch keinen Bezug zu ihm, kann das schief gehen. Viel schöner ist es doch, wenn alle dahinterstehen und zusammenhelfen. Und wenn alle einen guten Bezug zum Vierbeiner haben. Auch über das Thema "Urlaub" sollte man sich im Vorfeld Gedanken machen. Nimmt man den Hund künftig mit oder geht das nicht? Dann sollte man sich vorab informieren, ob Jemand aus dem Familien- oder Freundekreis den Hund in dieser Zeit nehmen kann oder sich bezüglich einer gutern Hundepension informieren.

 

Beschäftigung und Aufmerksamkeit

Neben dem Auslauf braucht ein Hund auch eine geistige Auslastung, Spielzeit und Kuscheleinheiten. Manche Hunde benötigen mehr Training, andere weniger. Ein cleverer, aktiver Border Collie oder ein intelligenter, arbeitswilliger Schäferhund möchte geistig ausgelastet und gefordert werden. Hier sollte das Training fest in den Alltag integriert werden und lange, abwechslungsreiche Spaziergänge sollten ebenso fester Bestandteil des Hundealltags sein. Andere Hunde brauchen weniger Auslauf, sind aber sehr anhänglich und brauchen täglich ihre Streicheleinheiten. Wieder andere kuscheln nicht gerne, lieben es aber, ausgiebig mit ihren Menschen zu spielen. Nur wenn Dein Hund Aufmerksamkeit bekommt (egal ob in Form von Kuschelzeit oder Spielzeit), fühlt er sich auch geliebt. Er möchte so viel Zeit wie möglich mit Dir verbringen und am liebsten gar nicht von Dir getrennt sein. Es macht ihn traurig, wenn sich sein Besitzer keine Zeit für ihn nimmt. Deswegen sollte man darauf achten, dass man sich neben den täglichen Spaziergängen ausreichend Zeit nehmen kann, um mit dem Wauzi zu spielen oder eine Kuschelrunde einzulegen.

 

Finanzielle Mittel

Nicht zu unterschätzen sind auch leider die Kosten. Ein Hund kostet Geld und das sollte man sich nicht schön reden. Man benötigt eine erste Ausstattung, regelmäßig Futter, evtl. auch Kosten für die Hundeschule oder für einen Hundetrainer. Auch der Tierarzt kann zu relativ hohen Kosten führen, mit denen man anfangs vielleicht gar nicht gerechnet hat. Wenn der Hund sich verletzen oder krank werden sollte, sollte man die Kosten dafür tragen können.

 

Toleranz im Haushalt

Und noch ein letzter Punkt… Ein Tier im Haus bedeutet auch, dass es Zuhause einfach nicht mehr jeden Tag super sauber sein wird oder dass auch mal etwas kaputtgehen kann. Gerade wenn man in Miete wohnt, muss man sich vorab mit dem Vermieter abstimmen. Viele Vermieter sind gegen eine Haustierhaltung in der Mietwohnung (aus den oben genannten Gründen). 

 

Aber auch bei einer Eigentumswohnung/einem eigenen Haus muss man damit leben können, wenn der Hund im schlimmsten Fall mal eine Türe verkratzt, Möbel anknabbert oder etwas anderes kaputt macht. Das ist sicher nicht die Regel aber trotzdem kann es vorkommen. Was zwangsläufig immer und bei jedem Hund vorkommen wird ist die Tatsache, dass ein Hund einfach Haare  und nach dem Spazieren auch mal Dreck ins Haus bringt. Bei gutem Wetter weniger, an Regentagen mehr. Ich kann es nicht nachvollziehen, wenn Jemand seinen Hund im Tierheim abgibt und dazu sagt, er würde zu sehr haaren (und das kam wirklich so vor, ich habe es direkt miterlebt). Ich finde, der Satz

 

 

trifft es perfekt. Es wird mit einem Hund nicht mehr super sauber sein, vielleicht fällt beim freudigen Schwanzwedeln mal ein Dekogegenstand runter oder es sind feuchte Nasenabdrücke an der Terrassentür. Aber dafür wird Dein treuer Freund dich jeden Tag mit unendlich viel Liebe und Dankbarkeit überschütten.

 

 

Welcher Hund ist der richtige für mich?

Sollten die genannten Voraussetzungen erfüllt sein bleibt noch eine sehr wichtige Frage: Welcher Hund passt zu mir? Hat man einen Hund im Auge, sollte man sich vorab ausreichend mit der Art, der Rasse und dessen Bedürfnissen auseinandersetzen. Kann ich dem Hund bieten, was er braucht? Wenn man weiß, dass der Hund tagsüber definitiv alleine bleiben muss, sollte man sich vielleicht nicht gerade für einen Welpe oder einen Junghund entscheiden. Ein kleiner Welpe muss erst alles lernen und braucht eine Bezugsperson, die für ihn da ist und auf die er geprägt wird. In der Welpenspielstunde lernt er den Umgang mit anderen Hunden, sehr wichtig für das spätere Sozialverhalten. Später sollte man die Hundeschule mit ihm besuchen und viel und konsequent mit ihm üben, um eine gute Basis für Euer  Zusammenleben zu schaffen. Welpen müssen sehr oft raus, bis sie stubenrein sind und langsam an das Alleinsein gewöhnt werden. Ein Junghund hingegen hat viel Energie und muss ausgelastet werden. Er braucht Beschäftigung, sonst kommt er Zuhause schnell auf dumme Gedanken und es kann sein, dass Möbel angeknabbert oder Kissen auseinandergenommen werden. Er benötigt eine konsequente Erziehung, da er höchstwahrscheinlich versuchen wird, seine Grenzen zu testen. Entscheidet man sich für einen älteren Hund heißt das aber nicht, dass man in Sachen Training und Erziehung zurücklehnen kann. Es kommt wirklich immer auf den Hund an und jeder Hund ist anders. Man sollte sich vorab Zeit nehmen, um sich ausreichend zu informieren und keine Entscheidung über's Knie brechen.

 

Fazit

Ob ein Hund in die aktuelle Lebenssituation passt oder nicht, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Wer sich ausreichend informiert und Gedanken macht, bewahrt seinen Hund davor, (wieder) im Tierheim zu landen. Wenn es mit dem Vierbeiner gut passt, stehen dem Hund-Mensch-Team viele glückliche Jahre bevor. Vielleicht hilft dieser Beitrag ja ein wenig, die richtige Entscheidung zu treffen.

 

Mich würde noch interessieren, wie es euch erging. Sind Eure Hunde schon lange bei euch oder noch relativ frisch? Wie Seid ihr bei der Entscheidung für einen Hund vorgegangen und welche Gedanken haben Euch dabei beschäftigt?

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