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Zahnpflege beim Hund

Nach dem Zahnwechsel als Welpe hat Euer Hund insgesamt 42 Zähnchen. Im Ober- und Unterkiefer sind jeweils zwei Fangzähne, sechs Schneidezähne und acht vordere Backenzähne. Hinten befinden sich noch vier hintere Backenzähne im Oberkiefer und sechs im Unterkiefer. Zahnpflege und Zahnhygiene sind für unsere Vierbeiner genauso wichtig wie für uns Menschen. Denn Zahnprobleme gehören heutzutage mit zu den häufigsten gesundheitlichen Problemen von unseren Haushunden.

 

Zahnerkrankungen

Zahnstein und Zahnbelag: Leider kommt Zahnstein auch bei den Hunden sehr häufig vor. Durch Futterreste in Kombination mit Speichel und Mineralien entstehen Beläge, die an der rauen Zahnoberfläche kleben bleiben und von Bakterien besiedelt werden, sich verhärten und zu Zahnstein werden. Bei kleinen Hunden entstehen Zahnbelag und Zahnstein häufiger, da deren Kiefer kleiner ist. Dadurch stehen die Zähne enger und das Risiko, dass Futterreste in den Zwischenräumen kleben bleiben und zu Zahnstein werden ist höher. Bei großen Hunden stehen die Zähne nicht so eng und es bleiben weniger Kaureste in den Zwischenräumen zurück. Das heißt aber nicht, dass große Hunde nicht auch vom Zahnstein betroffen sind. Zahnbelag und Zahnstein führen bei allen Hunden zu Zahnfleischbluten und zu einem unangenehmen Mundgeruch.

Parodontose: Wenn der Zahnstein nicht entfernt wird, kann es zu Zahnfleischentzündungen kommen. Das Zahnfleisch geht zurück und der Zahnhals liegt frei. Einmal zurückgegangen, kann es sich nicht mehr zurück entwickeln. Im schlimmsten Fall kann es sogar so weit zurückgehen, dass die Zahnwurzeln angegriffen werden und der Zahn nicht mehr erhalten werden kann. Dann steht dem Vierbeiner eine Zahn-OP unter Vollnarkose bevor.

 

Karies: Karies (kleine Löcher im Zahn) kommt im Gegensatz zu den beiden anderen Krankheiten eher selten vor. Sollte Karies auftreten, kann das entweder eine Folge des Zahnsteins sein oder an einer zu zuckerhaltigen oder nicht für Hunde geeigneten Ernährung liegen. In diesem Fall sollte das Futter umgestellt werden. Zucker hat im Hundefutter nichts zu suchen (auch nicht in Leckerchen).

Vorbeugungsmaßnahmen

Damit auch Euer Hund auch morgen noch kraftvoll zubeißen kann, solltest du ein wenig Zeit in das Thema Zahnpflege investieren. Viele Nicht-Hundebesitzer ziehen das Thema Zahnpflege beim Hund gerne ins Lächerliche. Doch das Thema sollte von allen Hundebesitzern auf jeden Fall ernst genommen werden. Denn im schlimmsten Fall droht Eurem Hund der Verlust der Zähne oder er mag nicht mehr richtig fressen, weil ihm die Zähne schmerzen. Tierärzte raten dazu, dem Hund alle 2 bis 3 Tage die Zähnchen zu putzen. Vorallem wenn Euer Hund anfällig für Zahnstein ist, würde ich diese Empfehlung auch so umsetzen. Prinzipiell kann jeder diese drei vorbeugenden Maßnahmen gut selbst umsetzen.

 

1. Futter

Immer wieder wird empfohlen, Trockenfutter zu füttern, damit der Hund etwas zu kauen hat und somit kein Zahnstein entsteht. Doch das stimmt leider überhaupt nicht. Trockenfutter ist in seiner Konsistenz vergleichbar mit einem Keks. Wenn wir Menschen einen Keks essen, bleiben die Reste meist hinten an den Zähnen kleben. Genauso ist es beim Trockenfutter auch. Die Reste setzen sich an den Zähnen ab und es bildet sich Zahnbelag, der mit der Zeit zu Zahnstein wird. Bei der Wahl des Trocken- oder Nassfutters ist es außerdem wichtig darauf zu achten, dass kein Zucker enthalten ist. Dadurch kann Karies entstehen. Barfer müssen sich um diese beiden Punkte weniger Gedanken machen. Beim Füttern von Rohfleisch und Knochen ist das Risiko, dass sich Kaureste an den Hundezähnen absetzen eher gering. Knochen sind für die Zähne natürlich auch viel aufwändiger zu verarbeiten und Zucker ist in der natürlichen Rohkost sowieso nicht enthalten.

 

2. Kauartikel und Kauspielzeug

Einige Hunde kauen gerne auf Tauen oder speziellen Kauspielzeugen herum. Kauspielzeuge sind sehr gut geeignet, um den Speichelfluss anzuregen und somit auch unerwünschte Reste, die sich vom Futter zwischen den Zähnen verfangen haben, wegzukauen. Kai-Uwe mag Kauspielzeuge leider überhaupt nicht. Bei ihm stehen dafür aber Kauartikel ganz hoch im Kurs. Durch Kauknochen (z. B. aus Rinder- oder Büffelhaut) lösen sich die Futterreste auch und die Zähnchen werden sauber. Kauartikel sind daher eine gute Möglichkeit, die Zahnpflege zu unterstützen, den Hund sinnvoll zu beschäftigen und die Kaumuskulatur durch den natürlichen Kautrieb zu trainieren. Bei der Wahl der Kauartikel achte ich persönlich (wie bei allem, was ich Kai-Uwe zum Fressen gebe ;-)) drauf, dass sie möglichst kalorienarm und frei von Zusatzstoffen sind.

 

Im Handel gibt es auch spezielle Dentasticks, die immer fleißig beworben werden. Davon halte ich persönlich nicht so viel. Denn Kai-Uwe schlingt sie sehr schnell runter und ich glaube nicht, dass sie einen Zahnpflege-Effekt bei ihm haben (dafür kaut er sie einfach zu kurz). Um ihn eine Weile zu beschäftigen, muss es schon ein größerer, robusterer Kauknochen sein. Meist bekommt er Rinderhautknochen, ab und zu gebe ich ihm auch Rinderohren, Schweineohren oder Ochsenziemer (aufgrund des Stinki-Geruchs aber nur draußen ;-)) aber nicht allzu oft, da die doch relativ fettig sind.

 

Kai-Uwe bekommt nur getrocknete Kauartikel und das etwa 2 bis 3 Mal in der Woche. Ihr könnt Eurem Hund auch rohe Knochen füttern (gekocht besteht die Gefahr, dass sie splittern). Einige empfehlen auch, einmal wöchentlich eine Scheibe Knochenmark zu füttern. Wer ohnehin barft, muss im Grunde keine zusätzlichen Kauartikel verfüttern. Ich habe keine Erfahrungen damit, rohe Knochen zu füttern und kann daher dazu nicht viel sagen.

 


3. Zähneputzen, Zahnpflegegel

Am besten ist es, den Hund schon im Welpenalter an das Zähneputzen zu gewöhnen. Das macht es einfacher. Wenn Euer Hund bereits ausgewachsen zu Euch kommt, fällt es am Anfang noch etwas schwerer. Doch mit jedem Mal wird es einfacher werden, bis Euer Hund an die Routine gewöhnt ist. Verwendet am Anfang am besten Zahnputz-Fingeraufsätze. Die Verwendung ist sehr einfach und unkompliziert und man hat ein besseres Gefühl als mit der Zahnbürste. Zusätzlich kann man auch Hundezahnpasta oder Zahnpflegegel auftragen und leicht auf die Zähne verteilen. Im Handel gibt es sogar Zahnpasta mit Leberwurstgeschmack. Allerdings hat es uns diese eher schwierig gemacht, da Kai-Uwe immer herumgeschleckt hat. Im Normalfall sollte eine Reinigung ohne Zahnpasta oder Zahnpflegegels ausreichend sein.

 

Etwas anspruchsvoller ist die Zahnpflege mit einer Hundezahnbürste. Man hat einfach kein so gutes Gefühl für den Druck. Wenn ihr zu viel Druck ausübt, könnt ihr das empfindliche Zahnfleisch verletzten und Eurem Hund tut es weh. Dann wird er künftig von der Zahnreinigung nicht sonderlich begeistert sein. Seid deshalb wirklich sehr vorsichtig wenn ihr euch dazu entscheidet, eine Hundezahnbürste zu verwenden. Bitte verwendet unter gar keinen Umständen eine Menschen-Zahnbürste, die für das Hundemäulchen viel zu grob oder eine Menschen-Zahnpaste, die für das Hundemäulchen viel zu intensiv und scharf ist.

 

Und – sehr wichtig – belohnt Euren Hund zwischendurch immer wieder durch Lob und Streicheleinheiten und lobt ihn zum Schluss ausgiebig.

 

Behandlungsmaßnahmen

Ist der Zahnstein mal da, geht er von alleine leider nicht wieder weg. Bei oberflächlichem Zahnstein kann der Tierarzt mit einem Zahnstein-Entferner die harten Reste auf den Zähnen und am Rand des Zahnfleisches entfernen. Wer es sich und seinem Vierbeiner zutraut, kann sich auch selbst einen solchen Zahnstein-Entferner kaufen und alle paar Monate ganz vorsichtig den Zahnstein damit bei seinem Hund entfernen. Wenn ihr einen sehr unruhigen Hund habt, der Euch kaum an seine Zähnchen lässt empfiehlt es sich aber, diese Aufgabe lieber dem Tierarzt zu überlassen.

 

Bei fortgeschrittenem Zahnstein empfiehlt der Tierarzt oft eine Zahnsteinentfernung, welche unter Narkose stattfindet. Und eine Narkose bedeutet immer ein Risiko für den Hund. Wenn es nicht unbedingt von Nöten ist, würde ich eher davon abraten. Wenn der Zahnstein aber so schlimm ist, dass er zwingend entfernt werden muss rate ich Euch, dafür einen extra ausgebildeten Tier-Zahnarzt aufzusuchen. Generell würde ich mit einem Hund, der offensichtlich schlechte Zähne hat zu einem Spezialisten gehen. Die meisten „normalen Haustierärzte“ sind nicht auf die Zahngesundheit spezialisiert. Die Tier-Zahnärzte bieten neben Routineeingriffen (wie der Zahnsteinentfernung) auch größere Behandlungen, wie Implantate oder Zähneziehen an.

 

Bei meinen Recherchen rund um das Thema Zahnpflege bei Hunden bin ich auf eine weitere interessante Möglichkeit der Zahnsteinentfernung gestoßen: Eine Ultraschall-Zahnstein-Entfernung im Hundesalon. In der Regel sind dafür ein paar Sitzungen nötig und eine Sitzung dauert nur etwa 10 Minuten (ist auch absolut nicht schmerzhaft für den Hund). Da der Ultraschall geräusch- und vibrationslos ist könnte ich mir vorstellen, dass diese Art der Zahnstein-Entfernung für die meisten Hunde relativ stressfrei abläuft. Selbst ausprobiert haben wir es allerdings noch nicht. Ich wollte diese Möglichkeit nur erwähnt haben.

  

Wie pflegen wir Kai-Uwe's Zähne?

 

Kai-Uwe ist noch relativ jung, hat zum Glück schöne und gesunde Zähnchen und ist nicht anfällig für Zahnstein. Im Moment reicht es aus, dass wir ihm 2 bis 3 Mal in der Woche einen Rinderhautknochen zum Kauen geben. Sollte das eines Tages nicht mehr ausreichend sein, würde ich alle 2 Tage die Zahnputz-Fingeraufsätze anwenden.

 

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